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Hinter den Sternen

Manchmal, wenn ich in den stillen Abendhimmel schaue, freue ich mich, etwas zu sehen, dass gar nichts vom Weltgeschehen weiß. In den großen Räumen von tiefem Blauschwarz blinken kleine Lichter und sagen einfach nichts.

Ohne jede Mühe und Frage glühen sie kleine Löcher in den Himmel und schimmern durch das dunkle Tuch, das die Nacht übers Firmament gelegt hat.

 

Die Geräusche, die die Menschen machen, sind verstummt. Niemand sendet mehr Nachrichten und die, die sie lesen könnten, träumen versunken. Lichtjahre von uns entfernt, in fernen Galaxien explodieren Gase vergangener Zeiten. Sie leuchten von einem ortlosen Ort, aus einer Lücke in der Zeit.

Zahlen, die wir erfunden hatten, um die Welt zu vermessen und alle Buchstaben, um sie zu beschreiben hat die Nacht in sich aufgenommen und hüllt sich fortan in Schweigen.

Und dann beginnt mein Herz sich zu weiten, denn es ist bar jeder Information. Tief atmet meine Seele aus und wird leicht. Niemand, der etwas zu berichten weiß, hält sie auf. Keine Geschichte, keine Drohung, keine Hoffnung dringt an ihr Ohr. Kein Kommentar, keine Angst, keine Gefahr. Nichts zieht sie hinab. Keine Lüge verdreht ihre Richtung, keine Dumpfheit beschwert ihren Flug. Und je höher meine Seele steigt, umso stiller wird die Welt. Scheint es auch, als wäre es ihre Sehnsucht, zu den Sternen zu fliegen und zu den Sternen hinter den Sternen...

...so ist es einzig die Stille, die sie nach Hause bringt. Und heilt.

 

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